Landau, 26.03.2022, von D. Bollinger

Ausbildung Kommunikationstechnik im Fachzug Führung / Kommunikation

"Wie können wir im Einsatzfall schnell und zuverlässig eine Anbindung an das öffentliche Telekommunikationsnetz herstellen?"

Mit dieser Frage beschäftigte sich am vergangenen Samstag die neu aufgestellte Fachgruppe Kommunikation (FGr K) unseres Fachzugs Führung / Kommunikation.

Im Zuge der Aufwertung der Fachgruppe Führung / Kommunikation zum Fachzug Führung / Kommunikation wurde auch der bisherige Fernmelde-Trupp zur Fachgruppe Kommunikation aufgewertet. Er übernimmt nun, neben den klassischen Fernmelde-Komponenten, auch das große Thema Informations- und Kommunikationstechnik.

Zum Einstieg wurde die Netztopologie der Dt. Telekom sowie die grundlegenden Begriffe der Infrastruktur besprochen. Begriffe wie BNG, HVt oder APL wurden erläutert und zugeordnet. Bei der Gelegenheit wurde auch direkt das neue und hochmoderne Messgerät ARGUS 166 in Betrieb genommen und die Helfer darauf eingewiesen. Mit Hilfe des ARGUS 166 können alle in gängigen Breitbandtechniken analysiert und ausgemessen werden. Neben ADSL, VDSL und G.fast-Anschlüssen kann der ARGUS 166 auch "klassische" Netzwerkstrecken sowie die drahtlosen Techniken LTE und WLAN ausmessen und testen. Nach dem theoretischen Einstieg in die Thematik befassten sich die Helfer mit den Feinheiten des Telekom-Netzes. Angefangen wurde beim "Anschlusspunkt Linientechnik" (auch APL genannt). Dieser befindet sich typischerweise im Keller oder einem anderen Haustechnik-Raum. Hier endet das Netz und es folgt der A- oder VDSL-Router des Kunden.

Im weiteren Verlauf verlegten die Helfer an den zentralen Netzknoten der Stadt und besichtigten dort die Verkabelung. Im Keller des Gebäudes kommen die Kabel von rund 60.000 Kunden der Deutschen Telekom zusammen. Neben der historisch gewachsenen Hauptverteilung, auf der noch eine Vielzahl von Alt-Anschlüssen manuell aufgeschaltet werden, konnte auch die unterbrechungsfreie Stromversorgung sowie die zentrale Kabelaufnahme besichtigt werden. Hier werden die Kabel gebündelt und Verlassen in Leerrohren oder als Erdkabel das Gebäude und verteilen sich in der gesamten Stadt sowie der halben Südpfalz von Bad Bergzabern bis Kandel und Neustadt.

Im Obergeschoss des Gebäudes befinden sich die aktiven Komponenten des Netzes. Hier werden die vielen Kabel zusammengeführt und mit Hilfe modernster Technik immer weiter gebündelt. Spätestens in diesem zentralen Netzknoten werden alle Telefonate und Gespräche digitalisiert. Von dort gehen die unzähligen Datenpakete auf die Reise von Landau nach Frankfurt. Dort befindet sich das Backbone (zu deutsch das Rückgrat) der Telekom. Hier werden die Daten verarbeitet und an die Zieladresse zugestellt. Dies kann ein Server sein, welcher eine Webseite anbietet (hostet). Oder es handelt sich bei dem Ziel um einen anderen Netzknoten der Telekom, wenn innerhalb des Netzes telefoniert werden soll.

Nach der wohlverdienten Mittagspause ging es zu einem kleineren Hauptverteiler in einem Wohngebiet Landaus. Hier wurden diverse Messungen an verschiedenen Anschlusstypen (ADSL und VDSL) vorgenommen. Im weiteren Verlauf schalteten die Helfer unter Anleitung einen Anschluss auf den nahegelegenen Kabelverzweiger. Da sich die Führungsstelle in den meisten Fällen nicht direkt neben einem Kabelverzweiger befindet, muss dieser Anschluss verlängert werden. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, bis zu welcher Länge dieser Anschluss mit dem vorhandenen Feldkabel verlängert werden kann wurden schrittweise mehrere Längen des Kabels hinzugenommen. Eine Trommel des Feldkabels mit rund 1000 Metern und zwei einpaarigen Blitzschutzkästen (umgangssprachlich aufgrund der Form und der olivgrünen Farbe NATO-Brötchen genannt) konnte ohne nennenswerte Verluste hinzugenommen werden. Bei rund 3 Kilometern konnte ein deutlicherer Verlust festgestellt werden. Eine weitere Verlängerung wäre unter Inkaufnahme der Verluste durchaus möglich gewesen. Eine Verlängerung von 3 - 4 Kilometern ist also je nach geforderter Bandbreite durchaus möglich. Dies muss bei der Erkundung von Aufbauplätzen für Führungsstellen durch die Führungskraft beachtet werden. Im weiteren Verlauf beübten die Kameraden den sicheren Umgang mit dem Messgerät ARGUS 166 und besprachen die Interpretation der Messergebnisse.

Zum Abschluss der Ausbildung verlegten die Kräfte zu einem Kameraden in den Landauer Ortsteil Dammheim. Hier wurden nochmals einige Messungen an einem VDSL- und einem Ethernetanschluss auf "Kundenseite" durchgeführt.


Wir bedanken uns bei:
- Vincent für die kurzweilige und sehr interessante Ausbildung
- Michael für die Möglichkeit Messungen auf der Kundenseite durchzuführen
- der Deutschen Telekom für die Besichtigung und die Gelegenheiten am Netz Messungen durchzuführen
und der Fachgruppe Logistik-Verpflegung für das wie immer leckere Mittagessen


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