Koblenz, 31.03.2019, von A. Knöpfler

ESS-Ausbildung für den LV HERPSL

Vom 29. bis 31. März 2019 fand im Ortsverband Koblenz eine Ausbildung für alle ESS-Trupps des THW-Landesverbandes Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland (HERPSL) statt.

Die logistische Organisation (Unterbringung, Verpflegung, Erkundung von Übungslokalitäten) wurde dankenswerterweise durch den OV Koblenz übernommen. Für die fachliche Ausbildung war der ESS-Trupp des OV Landau zuständig. Neben den bereits etablierten ESS-Trupps Bad Hersfeld, St. Ingbert, Koblenz und Landau (Hünfeld war verhindert) waren auch Vertreter aus den beiden Ortsverbänden Mainz und Darmstadt anwesend, welche in Zukunft ebenfalls einen ESS-Trupp disloziert bekommen werden.

Bei der LV-Ausbildung für die ESS-Trupps im Jahr 2018 lag der Fokus primär auf einfachen Vermessungsaufgaben (Höhenübertragung, Brückenübergang, …) und nur sekundär im Monitoring-Bereich. Für die diesjährige Ausbildung wurde wieder das Monitoring in den Vordergrund gerückt.

Nach der Anreise am Freitagabend und einer Einführung durch einen Vertreter des LV wurden durch die einzelnen Trupps die Einsätze und durchgeführten Übungen des vergangenen Jahres vorgestellt. Dieser Erfahrungsaustausch ist – neben der fachlichen Weiterbildung und dem persönlichen Kennenlernen der einzelnen Trupps untereinander – ein wesentlicher Aspekt einer solchen LV-weiten Ausbildung.

Der Samstag begann mit einer theoretischen Hinführung zum Thema, in welcher vorrangig die Themen „Profile“ und „Umstationierung“ behandelt wurden. Unter Profilen versteht man die automatische Umrechnung der beim Monitoring erfassten geometrischen Veränderung in ein Bezugssystem, welches beispielsweise durch Fassadenrichtungen des zu überwachenden Gebäudes definiert ist und eine deutlich einfachere Interpretation auftretender Bewegungen und deren Richtung ermöglicht. Diese Bewegungsrichtungen und deren Größenordnung sind für im Einsatz befindliche Technische Berater Bau (TeBe Bau) des THW eine wichtige Entscheidungsgrundlage für weitergehende Maßnahmen (beispielsweise Evakuierung der Einsatzkräfte aus dem Gefahrenbereich bei sich abzeichnendem Einsturz). Eine Umstationierung ist immer dann relevant, wenn zum Beispiel der Standplatz des Tachymeters verlegt werden muss, weil ein zusätzliches Schadensobjekt überwacht werden muss oder der Standplatz durch andere Einsatzkräfte benötigt wird. Mit einer Umstationierung (entspricht einer sogenannten freien Stationierung im Vermessungswesen) kann die Position des Tachymeters und dessen Ausrichtung im ursprünglichen Koordinatensystem bestimmt werden, so dass sich Messreihen problemlos fortsetzen lassen. Diese beiden Themenblöcke wurden anschließend auf dem Hof des OV Koblenz intensiv mit Hilfe eines einfachen Szenarios geübt.

Am Nachmittag wurde eine kleine Einsatzübung durchgeführt, bei der die Trupps unter Einsatzbedingungen eine Überwachung von zwei Fassaden eines Gebäudes vornehmen mussten. Wie in der Realität, musste hierbei trotz Zeitdruck das Monitoring sicher in Gang gebracht und an sich verändernde Einsatzbedingungen fortlaufend angepasst werden. Zusätzlich sollte die Weitergabe auftretender geometrischer Veränderungen an die Einsatzleitung und die TeBe Bau geübt werden. Übungen dieser Art helfen den Trupps, Einsatzabläufe zu trainieren, um im Ernstfall routiniert und sicher die geforderten Aufgaben zu erledigen.

Für den Sonntag war die Wiederholung verschiedener Vermessungsaufgaben am Rheinufer geplant. Zu Beginn wurde die Übertragung von Höhen geübt. Dies dient beispielsweise im Hochwasserfall dazu, die notwendige Höhe von Sandsackverbauen etc. zu bestimmen. Highlight der Übung war jedoch die Berechnung und Absteckung einer fiktiven Brücke über den Rhein, der an dieser Stelle eine Breite von ca. 300 m aufweist. Hierbei besteht die Notwendigkeit, dass sich für den entsprechenden Messtrupp ein oder zwei Helfer auf der gegenüberliegenden Uferseite befinden, die dann dort die Absteckung der berechneten Widerlagerpunkte übernehmen. Hierbei hat die Fachgruppe Wassergefahren des OV Bendorf mit einem Mehrzweckboot (MzB) und einem Mehrzweckarbeitsboot (MzAB) Personen und Material auf die andere Rheinseite transportiert. Anschließend konnten die ESS-Trupps erfolgreich die Absteckung der fiktiven Brücken-Widerlager vornehmen.

Alles in allem war dies wieder eine sehr gelungene Ausbildungsveranstaltung für die ESS-Trupps des LV HERPSL, bei der der intensive persönliche Austausch unter den einzelnen Trupps, aber auch die fundierte fachliche Weiterbildung des letztjährigen Treffens fortgesetzt werden konnte. Einstimmig wurde der Wunsch geäußert, diese Veranstaltung auch im kommenden Jahr fortzuführen.

Ganz herzlichen Dank nochmals an den OV Koblenz für die hervorragende Unterbringung, sehr gute Verpflegung und die Erkundung der Übungsörtlichkeiten. Dem OV Bendorf herzlichen Dank für die gelungene Überraschung zum Transport der Ausrüstung über den Rhein.


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